Es ist erstaunlich, dass die Gemeinschaftsräume eines Hauses mit 40 Wohnungen in einem sauberen Zustand sind als die eines Hauses mit 10 Wohnungen.
Wie im Dschungel

Manchmal hat man Glück und ein Blick, den man schon tausendmal gemacht hat, sieht man plötzlich mit ganz anderen Augen.
Notlandung im Pappelwäldchen

Während wir heute morgen unser Frühstück im Wintergarten einnahmen, hörten wir einen dumpfen Aufprall, gefolgt von einem etwas helleren Geräusch. Sofort machten wir uns auf die Suche und entdeckten auf dem Fenstersims eines der Wohnzimmerfenster diesen Specht. Er muss zuerst gegen das Fenster geflogen sein und ist dann auf das Sims gefallen. Das war wohl sein Glück. Andernfalls wäre er drei Stockwerke tiefer im den Garten der unteren Bewoher gelandet. Ob er das überlebt hätte?
Wir vermuten, dass es sich um ein Jungtier handelt. Wir liessen es in Ruhe dort sitzen und nach einer Weile war der kleine Bruchpilot auch wieder verschwunden.

Angesichts des kühlen Wetters blieb mir nichts anderes übrig, als im Wintergarten Zeitungen und Post zu lesen anstatt auf der Terrasse. Plötzlich bemerkte ich draussen eine Bewegung. Eine Meise hatte sich auf dem Geländer niedergelassen. Wenige Sekunden später sass sie auf dem Rand der kleinen Wasserauffangschale des Brunnens und labte sich am Wasser.
Eine Kamera war natürlich gerade nicht zur Hand. Der ganze Vorgang dauerte eh nur ein paar Sekunden. Die Meise wäre wieder weg gewesen bevor ich die Kamara schussbereit gehabt hätte.
Ein Garten, und sei es auch nur ein Garten mit Kübelpflanzen auf einer Dachterrasse, wird erst im Lauf der Zeit ein Teil der Natur und wird von ihren Bewohnern als ein Teil ihres Lebensraums angenommen. Wir sind ein wenig Stolz darauf, dass unser Dachterrassengarten als Lebensraum akzeptiert wird.
Einschränkung

Ich würde ja Mietminderung geltend machen.
Müllsorgen
Seit Tagen beschäftigt uns und andere Einwohner nur ein Thema: Müll! Irgendwelche Einwohner trennen nicht, werfen Dinge, die da nicht hineingehören, in die Biotonne usw. usw. Sie produzieren mit 7 Personen mehr Müll als 13 Personen, will sagen, dass wir mit 13 ursprünglichen Einwohnern mit einer Mülltonne auskamen. Jetzt mit 20 Einwohnern reichen nicht mal 2 Restabfallbehälter.
In der nächsten Woche haben wir Eigentümerversammlung. Da kommt der Müll auf den Tisch sowie das Thema Hausordnung, die sich wohl leider nicht vermeiden lässt.
In den vergangenen Tagen gab es viele interne Gespräche zu diesen Themen, die mich ziemlich beschäftigen und ein erholsames Pfingstwochenende kaum möglich machten. Ich habe jetzt beschlossen, dass ich das Thema nicht mehr an mich heranlasse. Ich will mich in meiner Freizeit ausruhen und erholen und mich nicht aufregen und reden reden reden, immer das gleiche Thema. Das ist vorbei. So habe ich heute den Müll Müll sein lassen und mich gar nicht darum gekümmert. Stattdessen habe ich auf der Terrasse in der Sonne gesessen und wir haben uns einen schönen Tag gemacht – der erste erholsame Tag seit langer Zeit!
Der Müll kommt natürlich noch mal auf die Tagesordnung, aber ich entscheide, wie und wann ich mich damit auseinandersetze.
Die Sache mit dem Teakholz
Vor neun Jahren habe ich mir Teakholzstühle für den Balkon gekauft, weil man sie nicht im Winter in den Keller bringen muss und sie leicht zu pflegen sind – dachte ich. Nach dem Winter abschrubben und neu ölen oder – je nach Geschmack – die graue Patina einfach so lassen. Nur hat die Sache einen Haken: Die Stühle wurden nicht grau sondern fast schwarz.
Die Stühle für den Sommer wieder halbwegs vernünftig herzurichten heisst, sie mit viel Wasser und Reinigungsmittel kräftig abzuschrubben. Eine glatte Fläche, wie z.B. die Tischplatte, lässt sich ja schnell und bequem reinigen. Aber so ein Stuhl hat viele Leisten verschiedener Abmessungen, das ist schon ziemlich arbeitsintensiv.
In diesem Jahr hab ich die beiden Stühle sogar zweimal bearbeiten müssen. Nach der ersten Aktion war kaum eine Verbesserung zu sehen. Gestern machte ich mich ein zweites Mal an die Arbeit. Heute hab ich dann die Stühle und den Tisch geölt. Nun sieht alles wieder annehmbar aus (der Tisch ist eh nicht das Problem). In nächster Zeit ist wohl eine zweite Ölung angebracht.
Reinigungsarbeiten

Herbst und Winter haben ihre Spuren hinterlassen und die Fugen der Terrassenplatten mit Laub- und Vogelfutterresten aufgefüllt. Gleich wird der Dreck mit dem grossen Sauger weggesaugt.
Tag der offenen Gärtnerei

Anzeigenblätter erhalten wir 3 Stück in der Woche. Es gibt Einwohner, die sie ihrem Briefkasten entnehmen und sie dann im Hausflur auf der Briefkasteneinheit „entsorgen“, so wie andere Wurfsendungen auch, in der Hoffnung, dass irgendwer sie eines schönen Tages dem Papiercontainer zuführt, da wo Zeitungen und andere Werbeprospekte eben hingehören.
Wir finden diese kleinen Zeitungen recht interessant, informieren sie doch über lokale Nachrichten und Veranstaltungen, sowie auch über solche in der näheren Umgebung, so auch auf der „anderen Seite“. Wenn wir von der anderen Seite reden, meinen wir die gegenüberliegende Seite der Elbe, die zum Bundesland Niedersachsen gehört.
Dort gibt es ein kleines Dorf namens Niedermarschacht. Und in eben diesem Dorf gibt es eine Gärtnerei, die gestern und heute den Tag der offenen Gärtnerei beging. Da wir auf der Suche nach Sommerblumen für unsere drei Terrakottakästen waren, machten wir uns heute Vormittag bei herrlichem Sommerwetter auf den Weg auf die andere Seite, zur Blumen- und Pflanzenwelt Schlicht. Diese Gärtnerei hatte in einem dieser Blätter unter der Rubrik „Bauen und Wohnen“ auf den Tag der offenen Gärtnerei hingewiesen.
Eine Fülle an Sommerblumenpflanzen erwartete uns dort. Nachdem wir uns eingehend umgesehen hatten, war nun die Frage, ob wir uns was aussuchen. Dazu bedurfte es ein wenig an Beratung. Einer netten jungen Dame trugen wir unser Anliegen vor, nämlich 3 Balkonkästen für den Sommer zu bepflanzen. Die Hauptfrage für uns war, wieviele Pflanzen auf 54 cm unterzubringen sind. Ich hatte auf 2, maximal 3 getippt, aber die Gartenfachverkäuferin riet uns zu 4, dann würde alles dschungelmässig einanderwachsen. Sie gab uns noch ein paar Tipps. Und dann suchten wir aus, 4 Pflanzen für jeden Kasten. Das Ergebnis unseres Einkaufs ist auf dem obigen Bild zu sehen. Nun hoffen wir, dass – gute Pflege und einen grünen Daumen vorausgesetzt – wir demnächst 3 bunte Minidschungel auf der Terrasse haben werden.
Auf in den Kampf

Im vorigen Jahr gab es hier im Pappelwäldchen eine wahre Invasion von Spinnen (nachzulesen hier und hier und hier). Was ich auch bis dato nicht gewusst hatte: Spinnen können kacken. Die Fensterahmen und das Auto waren richtiggehend vollgeschissen mit Spinnenkot.
Der vergangene Winter war ja endlich mal etwas strenger als die Winter davor. Obwohl, so ein richtig strenger Winter war es ja auch nicht. Wir hatten allerdings die Hoffnung, dass der Frost dem Spinnenpack den Garaus machen würde. Leider scheint sich diese Hoffnung nicht erfüllt zu haben. Es geht nämlich scho wieder los.
Grosse und kleine Spinnen tummeln sich vor den Fenstern, am Gitter der Terrasse, unter dem Dachüberstand vom Wintergarten und überall da, wo man sie gar nicht vermutet. Kaum dass die Spinnennetze entfernt wurden, sind sie schnell wieder da.
Jetzt habe ich dem Getier den Kampf angesagt. Ich will nämlich nicht jedes Mal, wenn ich ein Fenster öffne, ins Zimmer gefallene Spinnen auf irgendeine Art und Weise entsorgen müssen. Ich weiss, dass es nur ein Versuch ist und wir auf Dauer den Kampf nicht gewinnen werden. Dazu müsste wohl das gesamte Haus von aussen, wenn nicht gar das ganze Pappelwäldchen, mit hochwirksamen Antispinnengift eingesprüht werden. Aber vielleicht schaffen wir es, die Spinnen in unseren kleinen Lebensraum zu dezimieren.
