3 Jahre im Dorf

Vor ein paar Wochen gebrauchte ich während einer Unterhaltung über das Pappelwäldchen mit einem Eigentümer hier im Haus den Begriff „in unserer Siedlung“. Er fand das ein wenig belustigend und von mir war auch nicht ernst gemeint.

Inzwischen muss ich meine Meinung revidieren:
Kürzlich unterhielt ich mich mit einer Nachbarin, zu der ich nicht regelmässig Kontakt habe. Es war erstaunlich, was mir da zu Ohren kam, z.B. wer mit wem und warum, wer eine Wohnung gekauft hat und dass die auch zu vermieten sei, wer wo einzieht und dergl. mehr. All diese Dinge waren ihr von anderen Nachbarn erzählt worden.

Wir hier im Elbe-Penthouse bekommen von all dem nichts mit, worüber wir auch sehr froh sind. Unsere Wohnung liegt „nach hinten raus“, nicht zur Strasse. Wir haben sehr viel Grün um uns herum und beobachten lieber Vögel und Eichhörnchen statt Nachbarn und deren Besucher.

Bevor uns klar ist, wer hier im Pappelwäldchen wo wohnt, vergehen Wochen, wenn nicht Monate. Wenn wir auf der Strasse jemandem begegnen, wissen wir nicht, ob die Person hier im Dorf wohnt oder hier nur mal so durchgeht.

Gut, in den drei Jahren, während der wir hier nun zu Hause sind, können wir einige der Einwohner schon zuordnen (heute ist es auf den Tag genau 3 Jahre her, dass wir hier eingezogen sind). Und mit einigen wenigen pflegen wir auch sehr schöne freundschaftliche Kontakte. Andere kennt man und man spricht mal zusammen wenn man sich trifft. Wieder andere kennt man und man grüsst sich. Bei einigen hat man den Eindruck, dass die zwar wissen, wer wir sind bzw. wo wir wohnen, dass sie aber keinen Kontakt wünschen weil sie kaum grüssen. Nun ja, so ist das halt in einem Dorf. Jeder so, wie er mag.

Was andere hier treiben interessiert uns nicht. Was andere über uns denken, ist uns auch egal.

Eine Nachbarin hier aus dem Dorf schrieb mich vor ein paar Wochen mal an und brachte die Idee eines „Dorffestes“ ins Spiel. Diese Idee hatten wir mit unseren Nachbarn von nebenan auch schon mal. Wäre vielleicht mal eine Idee um ein paar Leute etwas näher kennenzulernen und um zu wissen: Wohnen die hier oder gehen die hier gerade mal so durch?

3 Gedanken zu „3 Jahre im Dorf

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