Archiv für den Monat: Juni 2009

Notlandung im Pappelwäldchen


Während wir heute morgen unser Frühstück im Wintergarten einnahmen, hörten wir einen dumpfen Aufprall, gefolgt von einem etwas helleren Geräusch. Sofort machten wir uns auf die Suche und entdeckten auf dem Fenstersims eines der Wohnzimmerfenster diesen Specht. Er muss zuerst gegen das Fenster geflogen sein und ist dann auf das Sims gefallen. Das war wohl sein Glück. Andernfalls wäre er drei Stockwerke tiefer im den Garten der unteren Bewoher gelandet. Ob er das überlebt hätte?

Wir vermuten, dass es sich um ein Jungtier handelt. Wir liessen es in Ruhe dort sitzen und nach einer Weile war der kleine Bruchpilot auch wieder verschwunden.


Angesichts des kühlen Wetters blieb mir nichts anderes übrig, als im Wintergarten Zeitungen und Post zu lesen anstatt auf der Terrasse. Plötzlich bemerkte ich draussen eine Bewegung. Eine Meise hatte sich auf dem Geländer niedergelassen. Wenige Sekunden später sass sie auf dem Rand der kleinen Wasserauffangschale des Brunnens und labte sich am Wasser.

Eine Kamera war natürlich gerade nicht zur Hand. Der ganze Vorgang dauerte eh nur ein paar Sekunden. Die Meise wäre wieder weg gewesen bevor ich die Kamara schussbereit gehabt hätte.

Ein Garten, und sei es auch nur ein Garten mit Kübelpflanzen auf einer Dachterrasse, wird erst im Lauf der Zeit ein Teil der Natur und wird von ihren Bewohnern als ein Teil ihres Lebensraums angenommen. Wir sind ein wenig Stolz darauf, dass unser Dachterrassengarten als Lebensraum akzeptiert wird.

Müllsorgen

Seit Tagen beschäftigt uns und andere Einwohner nur ein Thema: Müll! Irgendwelche Einwohner trennen nicht, werfen Dinge, die da nicht hineingehören, in die Biotonne usw. usw. Sie produzieren mit 7 Personen mehr Müll als 13 Personen, will sagen, dass wir mit 13 ursprünglichen Einwohnern mit einer Mülltonne auskamen. Jetzt mit 20 Einwohnern reichen nicht mal 2 Restabfallbehälter.

In der nächsten Woche haben wir Eigentümerversammlung. Da kommt der Müll auf den Tisch sowie das Thema Hausordnung, die sich wohl leider nicht vermeiden lässt.

In den vergangenen Tagen gab es viele interne Gespräche zu diesen Themen, die mich ziemlich beschäftigen und ein erholsames Pfingstwochenende kaum möglich machten. Ich habe jetzt beschlossen, dass ich das Thema nicht mehr an mich heranlasse. Ich will mich in meiner Freizeit ausruhen und erholen und mich nicht aufregen und reden reden reden, immer das gleiche Thema. Das ist vorbei. So habe ich heute den Müll Müll sein lassen und mich gar nicht darum gekümmert. Stattdessen habe ich auf der Terrasse in der Sonne gesessen und wir haben uns einen schönen Tag gemacht – der erste erholsame Tag seit langer Zeit!

Der Müll kommt natürlich noch mal auf die Tagesordnung, aber ich entscheide, wie und wann ich mich damit auseinandersetze.