Archiv für den Monat: Juni 2008

Gier nach Luft

Dieser Tag war ja wohl zum Haareraufen: Es stürmte, es regnete, der Himmel wolkenverhangen. Es gab keine Chance, einen Augenblick auf der Terrasse zu verweilen. Aber manchmal hat so ein Tag auch seine guten Seiten. Ich konnte mich nämlich endlich mal dazu aufraffen, meinen Papierkram zu erledigen, d.h. die Steuererklärung für 2006 zu machen und die Steuererklärung für 2007 vorzubereiten. Desweiteren habe ich überflüssigen Papierkram aussortiert und notwendigen Papierkram sortiert.

Als ich damit fertig war bemerkte ich, dass inzwischen die Abendsonne am blauen Himmel stand. Was lag näher, als einen kleinen Spaziergang an die Elbe zu machen. Und wie so oft war der grosse Fluss gut für ein paar kleine Überraschungen.

Eine Elbe-Entenfamilie auf dem Weg zum Futterplatz …

… und beim Abendessen in Ufernähe

… auf dem Weg nach Hamburg

Müllwerker


Morgen ist „Gelber Müll“, was bedeutet, dass morgen die gelben Säcke mit dem „Grünen-Punkt-Müll“ abgeholt werden. Üblicher Weise legt man die gelben Säcke schon am Vorabend an die Strasse, weiss man doch nie, wann die Säcke denn abgeholt werden. Wer steht schon extra deswegen morgens früher auf um sicher zu sein, dass er seinen „Gelben Müll“ auch los wird.

So wie auf dem obigen Bild sah es vor 2 Wochen auch bei uns aus. Ein gelber Sack lag total zerfetzt mitten auf der Strasse und der Inhalt war weiträumig verstreut. 2 weitere Säcke lagen zwar noch an ihrem Platz, wiesen aber Löcher auf. Zum Glück war der Abfall noch im Sack drin. Bernd hat dann alles wieder eingesammelt und in neue Säcke vestaut. Einer Nachbarin, die ich an jenem Morgen traf, erzählte ich davon. Sie berichtete mir, dass eine andere Nachbarin schon früher beobachtet hatte, dass die Krähen sich der Säcke bemächtigen, um im Müll nach verwertbaren Resten zu suchen.

Nun ist ja allgemein bekannt, dass uns hier im Pappelwäldchen fast nichts entgeht. Deshalb war es mir auch möglich, das obige Foto aufzunehmen. Ähnlich, nein, noch viel schlimmer, sah es vor 2 Wochen bei uns aus. Die Täter wurden inflagranti erwischt. 2 Krähen waren am Werk und versuchten, sich am Inhalt zu erlaben.

Bevor hier wieder unnütze Kommentare gemacht werden, möchte ich erwähnen, dass wenig später ein Herr die verstreuten Verpackungen eingesammelt und in neue Säcke verstaut hat.

Nach dem Dilemma von vor 2 Wochen haben wir uns entschlossen, die Säcke am Morgen der Abholung nach draussen zu legen. Sollten wir den Zeitpunkt der Abholung aus Urlaubsgründen verpassen, warten wir 2 Wochen auf die nächste Abholung. Unser Keller ist gross und kühl genug, dass der Verpackungsmüll schon mal etwas länger zwischengelagert werden kann. Leider sind nicht alle Häuser im Pappelwäldchen mit einem Keller ausgestattet. Die Bewohner sind sicher froh wenn ihre Reste nach 2 Wochen endlich abgeholt werden.

In anderen Bundesländern werden von den Entsorgungsbetrieben „Gelbe Tonnen“ bereitgestellt. Die sind natürlich „krähenresistent“. Ausserdem wäre es für die Bewohner der nichtunterkellerten Häuser einfacher, ihren Grünen-Punkt-Müll zu entsorgen. Wer möchte schon gern, besonders jetzt im Sommer, leere Verpackungen in der warmen Wohnung aufbewahren, die langsam anfangen, unangehme Gerüche zu entwickeln.

Hin und her

Unsere Etage ist immer für eine kleine Überraschung gut.
Vor ein paar Tagen schmückten unsere Nachbarn das vor unserer Wohnungstür stehende Dekohuhn mit einer Deutschen Autoflagge:

Im Gegenzug statten wir gestern Abend die Pflanze der Nachbarn vor deren Wohnungstür mit einer Türkischen Autoflagge aus:

Solche Aktionen geschehen natürlich heimlich.
Als unsere Nachbarn die Flagge heute morgen entdeckten fragten sie mich, was wir denn nun mit der Kroatischen Flagge machen. Es war reiner Zufall, dass die Flagge zum Gegner der Deutschen Fussballnationalmannschaft im Halbfinale passt.

ausgesperrt


Seit heute können wir alle Fenster und die Terrassentüren weit aufmachen. Abends können wir jeden Raum mit 1000 Watt bei geöffneten Fenstern und Türen erhellen. Mücken und sonstiges Krabbelzeugs können uns nun nichts mehr anhaben.

Die beiden Doppeltüren zur Terrasse haben jeweils seitwärts einfahrende Rollos erhalten, alle 6 Fenster sind mit Vertikalrollos ausgestattet worden. Eine günstigere Variante wäre gewesen, die Fenster mit aushakbaren Rahmen zu versehen. Aber wir finden, dass die Rollos praktischer sind wir sie nur schliessen müssen, wenn tatsächlich ein Fenster offen ist.

Desweiteren wurden Rahmen mit Insektenschutzgaze im Badezimmer und Hauswirtschaftsraum unter den Oberlichtern montiert sowie ein Schmutz- und Insektenschutzgitter auf dem Abdeckrost für das Kellerfenster angebracht. Wir sind also rundherum insektengeschützt.

Für Interessierte: Der Insektenschutz ist von der Firma Laparo und wurde eingebaut von der Firma Kohn Raumgestaltung.

Urlaub im Pappelwäldchen


Seit Montag habe ich Urlaub. Und den verbringen wir – bis auf unseren kleinen Ausflug nach Mönchengladbach – zu Hause. Erstens gibt es ja noch das eine oder andere zu tun, z.B. habe ich die Terrassenmöbel aus Teakholz gereinigt. Die warten jetzt darauf, dass sie mit Öl aufgefrisch werden. Zweitens gibt es hier in der Umgebung einiges zu entdecken. Ein Urlaub zu Hause ist eine gute Gelegenheit, sich mit dem Umland vertraut zu machen.

Am besten täte man das ja mit dem Fahrrad. Da wir aber nur eins besitzen, welches natürlich kein Tandem ist, muss für die Entdeckertour das Auto herhalten. Bei trockenem und sonnigem Wetter offen über den Deich zu fahren ist ja auch ganz nett.

Unser heutiges Ziel war die Riepenburger Mühle. Nette Menschen hier aus dem Haus hatten davon erzählt. Und auch davon, dass man im Mühlencafé leckere Trinkschokolade bekommen kann. Und was lecker ist müssen wir natürlich ausprobieren. Ausserdem üben Mühlen eine gewisse Anziehungskraft auf mich aus, besonders wenn sie auch noch betriebsbereit sind – wie die Riepenburger Mühle – und dort noch Getreide zu Mehl verarbeitet wird, wenn auch nur in kleinen Mengen.


Leider deckten sich die Öffnungszeiten des Cafés nicht mit den Besichtungszeiten für die Mühle. Ich hätte man die Mühlenhomepage etwas genauer studieren sollen. So blieb uns nur der Genuss der Zottertrinkschokolade: Heisse aufgeschäumt Milch wird serviert, dazu gibt es einen Riegel Schkolade in der ausgesuchten Geschmacksrichtung, den man selbst der Milch zuführt. Nach einer kurzen Wartezeit wird das Getränk mit einer Art Minischneebesen umgerührt.

Viel zu schnell war das Glas mit der Leckerei geleert. Ein zweites hätte uns gut zu Gesicht gestanden. Allein die darin enthaltenen Kalorien hielten uns davon ab, eine andere Geschmacksrichtung zu versuchen. Aber die Riepenburger Mühle ist ja nicht so weit weg, und sie will ja auch noch besichtigt werden.

Schnell genug


Es hat sich mal wieder gelohnt, aufmerksam und schnell zu sein. Ein Regenschauer und die untergehende Sonne liessen heute Abend einen Regenbogen über dem Pappelwäldchen erscheinen. Wenn man genau hinschaut kann man erkennen, dass der Regenbogen aus dem Dach des rechten Carports aufsteigt. Der Legende nach könnte ja dort ein Topf mit Gold sein. Also liebe Mitleser, bewaffnet euch mit Schaufeln und grabt, aber anschliessend das Kehren nicht vergessen!

Glut im Baum


Gestern Abend hielt ich mich sehr lange auf der Terrasse auf. Nachdem eine Wolkenwand auf der anderen Seite der Elbe vorbeigezogen war, konnte die untergehende Sonne ihre Strahlen wieder ungehindert in Richtung Pappelwäldchen schicken. Dort brachte sie das Laub der Pappeln zum Glühen.

Klarstellung

So langsam scheint es ja wohl fast jeder hier im Pappelwäldchen mitbekommen zu haben, dass es jemanden gibt, der ein Weblog über das Pappelwäldchen schreibt.

In erster Linie dient dieses Weblog dazu, die Entwicklung des Pappelwäldchen von seiner jungfräulichkeit, die hier noch vor 3 Jahren anzutreffen war, sowie den Kauf und den Bau unserer Wohnung zu dokumentieren. Wer sich mal mit dem Thema Baublog beschäftigt hat, wird schnell feststellen, dass es unzählige Blogs dieser Art gibt – meist über den Bau von Einfamilienhäusern. Sie dienen u.a. dazu, anderen Bauherrn Informationen, Tipps und Anregungen zu geben.

Wer, so wie wir, von Anbeginn wirklich jede kleine Veränderung in der Vorfreude auf das neue Zuhause registriert hat, nimmt auch jede noch so kleine Veränderung des Umfeldes wahr, und zwar ohne, dass man tagein tagaus mit einem Kissen auf der Fensterbank aus dem Fenster hängt. Wir gehen einfach mit offenen Augen und Ohren durch die Welt, und zwar nicht nur im Pappelwäldchen. Wir registieren z.B. die Vielfalt der Vogelwelt, dargeboten durch die verschiedenen Laute. Habt ihr, liebe Anwohner, schon mal morgens um acht den Kuckuck gehört? Habt ihr schon mal den Specht gesehen? Oder das Eichhörnchen?
Habt ihr bemerkt, dass in der Sandstraße ein Verkehrsschild aufgestellt wurde, das dem Pappelwäldchen Vorfahrt gewährt gebenüber Fahrzeugen, die von links kommend auf der Sandstraße fahren?

Wenn der eine oder andere Beitrag Anwohner oder andere Leser dazu anregt, z.B. das hier Geschriebene zu kommentieren, zeigt doch, dass eine gewisse Neugierde und/oder ein Interesse vorhanden ist, sich über das Leben im Pappelwäldchen zu informieren.

Bislang war ich immer der Meinung, dass gerade Großstättdter sich in eine gewisse Anonymität zurückziehen und sich nicht um ihr Umfeld kümmnern. Dass dies auch in einer Kleinstadt der Fall ist, ist mir neu. Und Probleme irgendwelcher Art haben wir wirklich nicht. Probleme haben wohl nur die Leute, die so feige sind, nicht mit ihrem Namen und einer gültigen Emailadresse zu kommentieren.

Alle Beiträge in diesem Weblog waren bisher meinungsfrei und haben nur über Tatsachen berichtet. Wertungen sind erst durch die Kommentare entstanden.