Nehmen wie es kommt

Der Himmel verdunkelt sich, „Ich höre schrecklich Rauschen“ (Die Zaberflöte). Mein Blick aus dem Fenster offenbart mir eine Sturm- und Hagelboe. Ich schnappe mir die Kamera und dokumentiere das Unwetter. Sekunden später ist es vorbei und am Himmel sind große blaue Lücken zu sehen. Der nächste Schauer ist nicht mehr weit, fehlt nur noch „Donner und Blitz“ (Polka von Johann Strauss). Vielfältig wie die Musik der Welt ist auch das Aprilwetter. Und das hat absolut nichts dem Klimawandel zu tun, Wetterphänomene dieser Art gab es schon immer!

Es wird langsam


Kürzlich habe ich gelesen, dass der März 2016 überdurchschnittlich hohe Temperaturen aufgewiesen hat. Dem kann ich ganz und gar nicht zustimmen, hatte ich doch in den Vorjahren schon einige Male in der Sonne sitzen können. Auch der April ist nicht besser, für das kommende Wochenende ist sogar Schneeregen vorhergesagt.

Aber ganz langsam wird es rund um das Elbepenthouse grün wie die Gegenlichtaufnahme zeigt, die ich gestern Abend von unserer Terrasse aus gemacht habe.

Es kann losgehen!

Ein schöner Tag um die Terrassenmöbel hervorzuholen. Das passt zur Zeitumstellung auf die Sommerzeit. Ihr kennt doch die Eselsbrücke: Im Frühling holt man die Gartenmöbel hervor = die Zeit 1 Stunde vorstellen. Im Herbst stellt man die Gartenmöbel zurück = die Zeit 1 Stunde zurückstellen. Ist doch ganz simpel. Ich weiß gar nicht, warum sich die Leute immer so aufregen, 2 x im Jahr.

Den schönen Tag habe ich gleich ausgenutzt um die Terrassensaison zu eröffnen. Zur Feier des Tages gönnte ich mir ein Gläschen Rum, Ron Zacapa aus Guatemala – ein Traum.

Die Flasche habe ich im vorigen Jahr zum Geburtstag bekommen. Sie ist noch ca. 3/4 voll. Man bin ich sparsam. Nein, sowas gutes muss ich genießen und es gibt nur wenige Gelegenheiten, das zu tun. Heute war so eine Gelegenheit: Willkommen Sommersaison!

Kein Wasser

Heute sollet der Terrassenboy die Terrasse für die neue Saison fein herausputzen und alle Ablagerungen des letzten Sommers und des vergangenen Winters von den Bodenfliesen schrubben, dazu braucht es Wasser. Ich krabbelte also in den Unterschrank in welchem sich das Ventil befindet um die Wasserleitung für den Winter abzusperren. Ich drehte den Griff des Ventils und ging dann nach draussen um dort zu prüfen, ob denn da nun auch Wasser ankommt. Da kam aber nichts! Ich krabbelte also wieder in den Schrank, drehte am Ventil hin und her und her und hin – aber draussen plätscherte nichts. Da der Boy nun mal da war, musste ich mich mit einem Eimer behelfen: Erstmal einnässen, also die Fliesen, dann den Boy bürsten lassen, wieder einen Eimer Wasser holen und das Zeugs wegspülen usw usw. Vermutlich hätte ich mit einem Schlauchanschluss jede Menge Wasser und Zeit sparen können. Aber das musste nun mal erledigt werden.

Das Ventil muss sich im Winter festgesetzt haben und vermutlich habe ich nur einen Teil der Mechanik gedreht. Aber das wird sich Montag ein Intallateur anschauen. Und dann soll da was ordentliches eingebaut werden, so mit einer 90-Grad-Drehung ein/aus oder klack/klack. Ich könnte das auch selbst, den Fisch habe ich auch selbst montiert. Aber das Absperrventil sitzt an einer ungünstigen Stelle und wenn ich das nicht richtig dicht bekomme, wäre das nicht schön. So ein Installateur hat dann ja auch besseres Werkzeug und weiß – hoffentlich – wie er damit umzugehen hat.

Chaos beseitigt

Der erste Herbsturm in der vergangenen Nacht hatte ein kleines Chaos auf unserer Terrasse angerichtet. Der braune Kunstrasen, der dazu dient, das Vogelfutter von den Fugen fernzuhalten, war teilweise umgeschlagen. Die Kamelie war umgekippt. Durch das Einwickeln mit Folie und durch den Schmucküberzieher bietet sie dem Wind nämlich eine große Angriffsfläche. Ich wollte von dem Chaos eigentlich Fotos machen. Dann überkam mich aber die Arbeitswut und wollte nur noch alles wieder in Ordnung bringen.

Heute morgen haben wir reichlich Laub entsorgt. Jetzt muss erstmal das Dach entlaubt werden bevor es Sinn macht, die Terrasse weiter zu säubern. Der nächste Sturm weht nämlich die Blätter vom Dach wieder auf die Terrasse. Der Vögelteppich liegt wieder so wie er soll. Den Rand haben wir mit Terrakottakästen beschwert und den schweren Tisch haben wir auch entsprechend hingestellt.

Die Kamelie hat nun einen anderen Platz bekommen. Da steht sie eh etwas geschützter. Allerdings haben die Herbst- und Winterstürme aus der üblichen Richtung auch dort vollen Zugriff. Der nächste Sturm ist im Anmarsch. Mal sehen, wie sich der auf das Standverhalten auswirkt.

Auf dem Markt wollte ich gestern noch ein paar Pflanzen für die Terrakottakästen kaufen. Sowas gab es aber nicht mehr. Die Händler bieten jetzt diese fürchterlichen Friedhofsgestecke an, die von den Angehörigen dann an den Gedenktagen feierlich und gemäßtigen Schrittes zu den Gräbern getragen werden. Ich werde wohl morgen mal zum örtlichen Gartenbetrieb fahren und mal schauen, was es da noch so gibt.

Die Winterleere

Nun ist es soweit. Alles, fast was nicht winterfest ist, wurde eingeräumt. Jetzt muss noch die Bewässerung durchgeblasen werden damit keine Frotschäden entstehen. Und natürlich muss noch ein wenig aufgeräumt werden. Jetzt ist die Zeit, die ich nicht mag. Ich freu mich schon darauf, alles wieder für den Sommer herzurichten.

Herbstnebel

Es ist nun mal Herbst, das lässt sich nicht länger verleugnen, Nebelschwaden ziehen durch die Straßen und umhüllen auch das Elbepenthouse, so auch heute morgen. Das Haus in der Mitte dieser Aufnahe ist ca. 80 m entfernt und ist nur noch schemenhaft zu erkennen. Das Vergleichsfoto von heute ohne Nebel:

Ein Schwarzer auf der Terrasse

Gestern Vormittag saß ich im Wintergarten, trank einen Espresso und schaute einfach so nach draußen in die Botanik. Aus einem unserer Blumenkübel sah ich was herauskrabbeln und wegfliegen. Ich schaute der Flugrichtung hinterher und dann sah ich ihn, den kleinen Schwarzen. Er hatte sich auf den Platten niedergelassen und krabbelte fröhlich darauf umher. Irgendwo liegt immer eine Kamera bereit, die nächste war die kleine Immerdabeikamera. Das Ding musste doch abgelichtet werden bevor er wieder verschwindet.

Was das für ein Käfer ist weiß ich nicht, aber vielleicht finde ich den ja mal zufällig im Internet.

Peniskunst

Peniskunst? Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Hierbei geht es nicht um nackte Tatsachen, hierbei geht es um Kunst, die an die Wand gehängt wird. Und da kann auch die Länge eine Rolle spielen, nämlich: Je länger – um so mehr Kunst.

Die Länge wächst jeweils aus der Boxershort, die es in mehreren Farben und Designs gibt. Und dann sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt, wie es mit dem besten Stück weitergeht. Einfach nur grade oder darf es vielleicht ein Knoten sein (wer kann das schon im real live!)? Vielleicht ein See mit einem Schiffchen drauf? Oder für den Notfall ein Absperrventil? Alles ist kombinierbar, nach Lust und Laune – und nach der Länge … der zur Verfügung stehenden Wand. Eine Spitze gibt es natürlich auch, sonst wäre das Ding ja nicht vollständig.

Am besten, selbst mal anschauen. Also ich persönlich finde das eine ganz großartige Idee. Wäre nur gespannt, was meine 91-jährige Mutter dazu sagen würde. Vermutlich wäre sie entsetzt. Aber sie wohnt mit uns ja nicht unter einem Dach.

Mein persönliches Lieblingsobjekt ist jenes, welches im Bild oben zu sehen ist. Das hat sowas von Kreuzfahrtflair. Es liesse sich auch noch um eine Insel mit einer Palme erweitern. Palme und Penis – war da nicht mal was?

Die einzelnen Leiwände gibt es in verschiedenen Größen, recht praktisch und auch für die kleine Wohung und für den kleinen Geldbeutel geeignet. Ein Element von 20 x 20 cm kostet 19 Euro. Bei drei Elementen ist man also mit knapp 60,00 Euro dabei, versandkostenfrei innerhalb Deutschlands! Meine Leser aus Österreich müssten 10 Euro Versandkosten zahlen.

Und wo gibt es Peniskunst zu kaufen? Online natürlich, bei Peniskunst natürlich!

Üppige Blüte!

Die Bougainvillea ist eine Pflanze, die eigentlich gar nicht in unsere Breitengrade passt. Sie braucht viel Sonne und heisse Tage, und das nicht nur mal 2 Wochen am Stück sondern einen ganzen Sommer lang, möglichst noch viel länger. Die Bougainvillea blüht und gedeiht im Mittelmeerraum recht prächtig. Sowas findet man hier nicht. Wir müssen mit damit leben, dass wir sie als Kübelpflanze halten und im Herbst zum überwintern hereinholen.

Unsere Bougainvillea haben wir schon 18 Jahre, damals als kleine Hängepflanze in Hamburg gekauft. Auf unserem Balkon stand sie geschützt an der wärmespendenden Hauswand und Sonne hatte sie bis zum Nachmittag. Dort hatte sie einen idealen Standort und blühte immer recht ordentlich.

Nach dem Umzug ins Elbepenthouse wurde es dann anders. Der Wind hat von mehreren Seiten Zugriff wenn sie halbwegs vernünftig in der Sonne stehen soll. Wird sie windgeschützt aufgestellt, hat sie nur am späten Nachmittag Sonne. Die hohen Pappeln um das Haus herum spenden viel Schatten, zuviel für die Pflanzen die ich liebe. Auch ich persönlich hätte schon gern mal ein Stündchen mehr Sonne. Anderseits liegt unsere Wohnung dafür fast wie im Wald, was besonders im Frühling recht schön ist wenn die vielen Vogelarten ihre Akivitäten entwickeln. Aber man kann nicht alles haben. Irgendwas ist ja immer.

In diesem Jahr sah die Bougainvillea nach dem Herausstellen ja aus, als würde sie unter Strom stehen. Obwohl sie anfangs vor der Sonne geschützt stand, bekam sie Sonnenbrand, d.h. die in der Wohung ausgetriebenen Blätter wurden braun. Ein Sturm im Mai zerfledderte dann den Rest. Wenn es dann nicht richtig warm wird, dauert es lange, bis sie sich erholt.

Um eine gute Blüte anzusetzen bedarf es einer längeren sonnigen und warmen Periode. Die Begann Anfang Juli als wir uns auf unsere Urlaubsreise machten. Nach der Rückkehr war es schon wieder kalt. Wie soll da was vernünftiges aus einer mediterranen Pflanze werden? Immerhin hat ist sie wieder belaubt und hat ein paar Blüten.

Solange die Bougainvillea mir nicht eingeht, wird sie gehegt und gepflegt, dafür haben wir sie zu lange. Wenn sie eines Tages mal gar nicht mehr will, wird sie durch etwas anderes ersetzt werden, vermutlich durch ein pflegeleichtes einjähriges Gewächs. Aber noch hoffe ich eines Jahres auf einen beständigen Sommer, der unsere Bougainvillea wieder mal zu einer prachtvollen Blüte verhilft.